Manche Hunde, wie viele Terrier oder auch der Schnauzer und Rauhaardackel benötigen aufgrund Ihres Rauhaars bzw. Drahthaars besondere Fellpflege. Neben den üblichen Bürsteneinheiten, müssen sie regelmäßig getrimmt werden. Wir geben ihnen Infos und Tipps, wie Sie Ihren Hund am besten pflegen und auf das Trimmen vorbereiten.

Die Fellbeschaffenheit von Rau- und Drahthaarrassen

Das Fell von Raubeinern, ist doppelschichtig. es besteht aus der weichen Unterwolle, die den Hund wärmt und dem harten, festem Deckhaar das schmutz- und wasserabweisend ist. Das Fell erneuert sich ständig neu. Das heisst, dass neues Fell ständig nachwächst, doch das alte Fell nicht komplett ausfällt oder aber im dichten Haar hängenbleibt.

Warum trimmen?

Damit das neue Fell Platz zum wachsen hat, die Haut weiter Luft zum atmen hat und es nicht zu Verfilzungen kommt, muss der Hund regelmäßig getrimmt werden. Unter Trimmen versteht man das Herauszupfen der abgestorbenen, losen Haare samt der Haarwurzel mit der Hand oder dem Trimmmesser.

Was schmerzhaft klingt, tut dem Hund nicht weh, im Gegensatz er genießt es. Denn das lose, abgestorbene und dichte Haar hindert neues Haar am nachwachsen und dies führt zu einem unerträglichen Juckreiz. Den richtigen Zeitpunkt für das Trimmen erkennen Sie daran, dass Ihr Vierbeiner mehr Haare verliert, sich anfängt zu kratzen und das Haarkleid anfängt ungepflegt auszusehen. Grundsätzlich sollten Ihr Hund alle 3-4 Monate getrimmt werden, allerdings ist dies abhängig von Rasse und Fellstruktur.

Zusätzlich sollte der Hund regelmäßig, mehrmals wöchentlich gebürstet werden, dies ersetzt jedoch keinesfalls das Trimmen. Beim Bürsten wird nur ein kleiner Teil der Haare entfernt, den Rest muss man trimmen. Ansonsten verdichtet und verfilzt das Fell schnell. Der Haut fehlt die Luft zum atmen, der Hund schwitzt schneller und kratzt sich. Das Fell wird aus Platzmangel dünner und feiner, verliert die kräftige Farbe und mit der Zeit auch sein wasser– und schmutzabeweisenden Schutz.

Da das Trimmen eine aufwändige, oft Stunden dauernde Prozedur ist, greifen manche Hundehalter zur Schermaschine. Dies bringt zwar äußerlich das Fellkleid in Form, ist jedoch kein Ersatz für das Trimmen. Beim Scheren werden die Haare lediglich über der Haut abgeschnitten, jedoch nicht aus der Haut entfernt. Somit schafft dies keine Erleichterung für den Hund!

Terrier trimmenDas Trimmen – Eine aufwändige Prozedur

Trimmen bedarf einiges an Geschicklichkeit, Geduld und Erfahrung. Daher ist es sinnvoll dafür den Hundesalon aufzusuchen. Da die Prozedur sehr lange dauert, sollten Sie ihren Hund rechtzeitig auf die langwierige Prozedur vorbereiten. Gewöhnen Sie ihn bereits als Welpen dran, indem Sie Ihn mehrmals die Woche auf einen Tisch setzen, bürsten und Ihn für das Stillsitzen belohnen. Mit drei Monaten wird das Welpenfell härter und ein erstes Trimmen wird bald notwendig sein.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass Ihr Hund regelmässig getrimmt. wird. Dadurch bekommt er einen sogenannten ‘rolling coat’. Das heißt, dass zum Zeitpunkt des Trimmens bereits ausreichend neues Deckhaar nachgewachsen ist und somit durch das Trimmen keine Löcher im Fell entstehen.

Damit Ihr Hund nicht Stunden beimn Friseur verbringt können Sie die Zeit verkürzen indem sie alle 14 Tage überstehendes Haar auszupfen. Dies ist grundsätzlich von Hand oder mit dem Trimmmesser möglich. Lässt sich das Haar leicht entfernen,zeigt es dass der Zeitpunkt richtig ist und es sich um alten Haar handelt. Durch leichtes übertrimmen, braucht es keine so langen Sitzungen beim Hundesalon. Dennoch sollten Sie Ihren Hund viermal im Jahr fachgerecht trimmen lassen. Achten Sie darauf, dass der Fachmann sich auf das Trimmen spezialisiert hat.

So trimmen Sie richtig –  Zwei Methoden!

Bürsten Sie den Hund mit der Drahtbürste gut durch. Entwirren Sie alle Knoten vorsichtig. Achten Sie besonders auf die Achseln, dort verfilzt das Haar besonders gerne. Beginnen Sie am Rücken. Erst bürsten Sie Ihren Hund gegen den Strich durch. So erkennen Sie die Grenze zwischen dem alten und neuen Fell. Zupfen Sie die überstehenden, langen Haare in Richtung der Wuchsrichtung aus. Die Rute und Beine kommen am Schluss.

Der Bauch und die Innenseite der Hinterläufe sind sehr empfindlich. Hier können Sie eher die Schere oder Schermaschine verwenden, ohne dass es schadet. Vergessen Sie zudem nicht die Pfoten, das Gesicht und Genitalien. Baden Sie den Hund niemals vor dem Trimmen. Gebadetes Fell lässt sich deutlich schwieriger trimmen.

Mit dem Trimmmesser…

Drücken Sie mit dem Daumen einige Haare fest gegen die zackige Klinge des Trimmesser und zupfen Sie die Haare mit einer ruckartigen Bewegung aus. Reißen Sie keine Haarbüschel aus, dies ist für den Hund schmerzhaft. Mit der anderen Hand halten Sie die Haut oberhalb unterstützend fest. Arbeiten Sie sich systematisch durch das Fell durch, sodass keine Löcher entstehen. Entfernen Sie lieber ein paar zu wenige, als zu viele Haare!

Trimmen per Hand…

Grundsätzlich erzielt man durch das trimmen per Hand gleichmäßigere und natürlichere Resultate. Der Vorteil ist, dass man nicht das Risiko hat, die Haare durch ein zu scharfes Trimmmesser versehentlich abzuschneiden. Nehmen Sie einige Haare einer Haarschicht über den Finger. Zupfen Sie die langen und reifen Haare mit Daumen und Zeigefinger heraus. Nach einiger Zeit entwickeln Sie ein Gefühl dafür und erkennen leicht, welche Haare zu entfernen sind.

Hier noch ein Video, wo das Trimmen anschaulich gezeigt wird:

 

Ihre Helferlein

  • Trimmmesser(grob und fein), eines für die Feinarbeit und ein Grobes für das Deckhaar
  • Scharfe abgerundete Schere für die empfindlichen Körperregionen und das abschließende Finish
  • Terrierstriegel/Terrierbürste für die regelmäßigen Bürsteneinheiten und zum Lösen von Verfilzungen
  • Drahtkamm, weitgezahnt für Läufe und Barthaar. Ein Enggezahnter zum Auskämmen der Unterwolle
  • Pflegehandschuhum Staub und Hautschuppen zu entfernen und Durchblutung anzuregen
  • Kalkpuder oder Kreide – um Haare besser fassen zu können